Chronik

Vereins Chronik

[Im Jahre 1950 wurde bei einigen jungen Bürgern in den Gemeinden Blomberg und Neuschoo das Interesse an besonderen Geflügelarten geweckt. Für Karl Bengen, Erich Cremer, Helmut Eden und Georg Schmidt, der auch als erster Vorsitzender gewählt wurde, war es nicht einfach. Sie mussten sich bei anderen Geflügelzuchtvereinen informieren, bevor die ersten Aufzuchtversuche mit Bruteiern, die man mit dem Fahrrad aus Schoost (bei Jever) geholt hatte, starten konnten. Doch bereits im Jahre 1951 nahm die Mitgliederzahl stetig zu. Man nahm in den folgenden Jahren, bis 1953, an den Geflügelausstellungen in Esens teil. Als aber die Mitglieder aus Blomberg / Neuschoo die gesammten Preise bei der Verlosung mit nach Hause nahmen, kam es zu Streitigkeiten.

So veranstaltete man 1954 erstmalig eine eigene Ausstellung in den Räumen der Cornelius´schen Gaststätte (Friesenhof). Da man mit Ausstellungen nicht so viel Geld verdienen konnte, als sie kosten, machte man immer wieder Theatervorstellungen. Auf Anregung eines Mitgliedes wurde am 10. Februar 1957 die erste Karnevalsveranstaltung in der Gaststätte Friesenhof durchgeführt. Für den ersten Büttenredner, dem damaligen "Maikönig" Johann Hinrichs, den man verpflichtete, konnten nicht genug Bonbons für sein Lampenfieber herangeschafft werden. Auch hier hatte man zum ersten Mal eine Karnevalsprinzen; ihn fand man in Gerd Rhoden.

 

Über viele Jahre hatte Georg Schmidt den Vorsitz des Vereins. Er wurde vom zweiten Vorsitzenden, Hinrich Bents vom Kassenwart Harm Meier und vom Protokollführer Johann Remmers unterstüzt. Die Karnevalsveranstaltungen erfreuten sich großer Beliebtheit; man konnte immer ein volles Haus begrüssen. Für die Tänze und Büttenreden verpflichtete man die Karnevalsgesellschaft Wilhelmshaven, die damals noch "Hessenverein von 1925" genannt wurde. Als Höhepunkte sind insbesondere der Prinzenumzug sowie das Feuerwerk zu nennen, die sich großer Beliebtheit erfreuten.

 

Bis zum Dezember 1964; den Vorsitz hatte ab 11.01.1964 Hinrich Bents übernommen; wurde die Karnevalsveranstaltung von Mitgliedern des Geflügelzuchtvereins durchgeführt. Am 06.01.1965 wurde dann ein unabhängiger Karnevalsverein unter der Leitung von Johannes Harms, er war als 1. Vorsitzender gewählt worden, gegründet.

 

In den folgenden Jahren feierte man im "Friesenhof", wo sich immer die Wahl des Prinzen durch eine Streichholzauslosung durchgeführt wurde. Eine Prinzenverbrennung sollte im November 1974 der Höhepukt werden. Es wurde beschlossen, das eine Fahne angefertigt werden sollte. Berend Tammen stellte die Fahnenstange her, während Hanni Bruns die Näharbeiten verrichtete. Den Abschluß bildete Theodor Tapper mit seinen malerischen Fähigkeiten.

 

Am 04.Januar 1975 war die Fahne zur Fahnenweihe fertig. Auf einer Versammlung danach äußerte Johannes Harms, das es endlich Zeit wäre, das "schwache Geschlecht" mit in den Karneval einzubinden. Bei der Wilhelmshavener  Garde holte er sich die Anregung, um eine eigene Garde zu gründen. In Gisela Bremer, der Frau des Pastoren, fand er eine Person, die ihn unterstützen wollte. Frau Bremer schlug für die „praktische Arbeit“ Helga Peters (Bengen) vor, die bereits im April 1975 eine 13-Köpfige Kindergarde im Alter von 2 - 12 Jahren aufstellte, die erstmals im November 1975 öffentlich im  „Friesenhof“ neben den ersten Büttenrednern präsentierte. Wegen des großen Andrangs und der Altersdifferenz konnte man bereits ein Jahr später auf zwei Kindergarden stolz sein.

 

Um die Kosten für Kleidung decken zu können, die in Eigeninitiative und später jahrelang von Asta Schmidt genäht wurden, nahm man bereitwillig an Auftritten bei Stadtfesten und Seniorenveranstaltungen teil.

 

Im Januar 1977 kam zu den Kindergarden eine Prinzengarde, die auch mit Unterstützung einiger mutiger Männer als Blödel gruppe auftrat.

 

Weil aber zum richtigen Karneval auch ein Elferrat gehörte, wurde dafür dann in Eigenleistung eine Elferratsbühne geplant und gebaut. Da die Kinder- und Prinzengarde bei der Veranstaltungen so ankamen, verzichtete man mit der Zeit ganz auf die Unterstützung der Karnevalsgesellschaft Wilhelmshaven. Die Nachfrage um die Plätze bei der Veranstaltung war so hoch, das der Verein 1977 in die Gaststätte „Mittelpunkt“, Neuschoo, wechselte. Da sich die Büttenredner immer so „nackt“ auf dem Saal vorkamen wurde ihnen eine „Bütt“ gebaut, die der Elferratsbühne formmäßig angepasst wurde.

 

Als im Jahr 1981 der 1. Vorsitzende Johannes Harms aus gesundheitlichen Gründen seinen Vorsitz an Ludwig Bengen abgab, konnte er auf stattliche Garden und Büttenredner stolz sein. Das erste, was Ludwig Bengen als Amtshandlung vornahm, war Johannes Harm für seine jahrelange Präsidentschaft zum Ehrenpräsident zu ernennen.

 

Nach einjähriger Amtszeit musste Ludwig Bengen aus beruflichen Gründen seinen Vorsitz niederlegen. Als sein Nachfolger wurde der jetzige Präsident Georg Willms gewählt.

 

Mit dem gleichen Schwung, wie die die Jahre 1977 – 1979 verliefen ging es in die 80-er Jahre, wo an vielen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Gemeinde teilgenommen wurde. Von den Garden, deren Kostüme von Gretchen Albers genäht wurden, und den Büttenrednern wurde in ganz Ostfriesland geredet.

 

Ganze Karnevalsveranstaltungen wurden für den Spielmannszug Plaggenburg  durchgeführt, woraus sich in den Jahren eine enge Freundschaft entwickelte. Zum Jahreswechsel in die 90-er Jahre konnte der Präsident auf über 100 Mitglieder, von denen die Hälfte aktiv an Garde, Büttenreden und Festausschuss teilnahmen, schauen. Die schon 1975 aufgenommen Kontakte zum Karnevalsclub Istrup bei Blomberg/Lippe, die zwischenzeitlich zu Ende war, wurde wieder belebt. Die Freunde aus Istrup haben den traditionellen Teeabend mit einer kleinen Abordnung besucht. Dieser Besuch wurde im Februar von der „Lachenden Bütt“ erwiedert.

 

Dieser Gegenbesuch im Februar  1990 von der „Lachenden Bütt“ ebnete eine bis heute anhaltende Freundschaft. Jeweils am Festwochenende, die Istruper feiern 2 Wochen vor den Ostfriesen, besucht eine Abordnung die Feier des Paten. 1994 wirkte die Prinzengarde aus Blomberg / Neuschoo beim Programm vor ca. 600 Zuschauern mit.

 

Aus Zeitlichen oder familiären Gründen tingelten die Tänzer und Blödel gruppe nur noch selten über die Dörfer. Aber trotz Kinder, Schule, Ausbildung, Beruf oder Bundeswehr treten die Mitwirkenden übers Jahr bei verschiedenen Veranstaltungen, wie bei Jenny und Jonny in Wiesmoor, Dorfjubiläen in der Samtgemeinde Holtriem oder Karneval im Seniorenheim , auf. Seit die „Lachende Bütt“ ihre Karnevalsveranstaltung auf den Samstag vor dem Rosenmontag gelegt hat änderte sich einiges. Das Publikum wurde „närrischer“, immer mehr Besucher schlüpften in farbenprächtige und ausgefallene Kostüme, die Stimmung wurde Lockerer, immer mehr jüngere Narren stürzten sich in das Holtiemer Karnevalstreiben.

 

So änderte sich auch das Programmangebot. Die Kinder-. Jugend- und Prinzengarden präsentierten Tänze nach moderner Musik. Die Kostüme sind den Auftritten angepasst.

 

Seit Anfang der 90-er Jahre unterstützt beim Entwerfen und vor allen dingen beim Nähen, Hertha Dreesch mit ihren Helferinnen in wochenlanger Arbeit die Garden.

 

Showeinlagen nach Vorbild der Mini-Playback-Show unter Mitwirkung vieler Männlicher Mitglieder und Showtänze der Garden runden alljährlich das Programm ab. Trotz schrumpfender Zahl der aktiven Mitglieder in den 90-er Jahren können wir auf gut besuchte und teilweise ausverkaufte Veranstaltungen zurückblicken.

 

Besonderen Dank gilt hierbei den schon seit 1982 amtierenden 1. Vorsitzenden Georg Willms, als auch den langjährigen aktiven Vereinsmitgliedern, die zum Teil seit Kindesbeinen, also seit bestehen der 1. Kindergarde aktiv dabei sind und die Vorliebe für den Blomberg / Neuschooer Karneval an deren Partner und Kinder weitergeben.

(Quelle: Chronik zum 50ten Geburtstag)

 

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